Entscheidungen treffen

Entscheidungen treffen ist die wichtigste Aufgabe in der Führung von Organisationen. Groß und kleine Entscheidungen fallen tagtäglich an. Und häufig versuchen wir uns zunächst Daten und Fakten dazu zu sammeln und gegeneinander abzuwägen. Manchmal ist dann die Entscheidung eindeutig. Doch hat man oft auch das Gefühl, dass man noch nicht alles bedacht hat. Vielleicht gäbe es noch eine Alternative. In anderen Fällen fällt es schwer sich zu entscheiden. Die Abwägung der Pros und Contras ergibt nicht immer ein eindeutiges Bild.

Wie können wir gute Entscheidungen treffen – in genau dieser Situation?

Wir wissen, eine gute Entscheidung fußt nicht nur auf Daten und Fakten. In einer solchen Entscheidungsfindung spielt die Frage, was Gottes Heiliger Geist uns rät, eine ebenso große Rolle. Wenn Sie nun fürchten, dass das zu irrationalen Entscheidungen führt, dann können wir auf viel Erfahrung in den christlichen Orden und Gemeinschaften verweisen. Sie wussten in ihrer langen Tradition immer schon beides zu verbinden: rationale Argumente und das Entscheiden im Gebet.

Systematische Entscheidungen treffen

Kupferstich von Ignatius von Loyola

Ignatius von Loyola

Die Unterscheidung der Geister ist eine Gabe (1. Kor 12, 10) aber auch eine Technik, die man erlernen kann. Ignatius von Loyola ist die Ausarbeitung dieser Technik zu verdanken. Er lebte schon im 16. Jahrhundert und ist der Begründer des Jesuiten-Ordens. Er hat ein 7-stufiges Verfahren zur Unterscheidung der Geister und damit zum Treffen von Entscheidungen entwickelt.

  1. Stufe: Klärung der Entscheidungssituation
  2. Stufe: Entwicklung von Entscheidungsalternativen
  3. Stufe: Entscheidungsalternativen Bewerten
  4. Stufe: Klärung der Regungen der Seele zu jeder Alternative
  5. Stufe: Klärung meiner Anliegen an die Situation und meiner innersten Sehnsucht.
  6. Stufe: Betrachtung aller Alternativen und Beurteilung hinsichtlich der langfristigen Freiheit, der Gelassenheit, des persönlichen Wachstums und der Zukunft.
  7. Stufe: Entscheidung treffen und handeln.

Dieses Verfahren kombiniert Rationales mit Spirituellem. Eines der wichtigsten Merkmale dieser Technik ist jedoch, dass sie konsequent nach möglichst vielen Entscheidungsalternativen suchen lässt. Denn nur dann handelt es sich um eine wirkliche Entscheidungssituation. Damit wird es nicht mehr zwingend zwischen einer guten und einer schlechten Lösung zu entscheiden. Die schlechten Lösungen fallen häufig heraus, weil es plötzlich mehrere gute und bessere Lösungen gibt. Aber das große Potenzial dieser Technik liegt in ihrem Hinhören auf den Heiligen Geist. Das ist gerade am Anfang nicht ganz einfach. Jedoch gewinnt man mit steigender Erfahrung ein Ohr für die Stimme Gottes.

Gott als Sparringspartner

Grundsätzlich wird jeder Schritt von Gebet und Meditation begleitet. Auch die Einbeziehung der Heiligen Schrift ist meistens empfehlenswert. Schließlich braucht das Verfahren etwas Zeit und etwas Übung. Aber lieber etwas Zeit vor der Entscheidung investiert als nachher mehr Zeit zur Korrektur einsetzen.

Seiner Berufung folgen

Entscheidungen treffen heißt ja nicht nur, in einer aktuellen Situation sich zu verhalten. Große und kleine Entscheidungen sind die Pflastersteine auf dem Weg, auf dem wir unserer Berufung folgen. An ihnen entscheidet es sich tatsächlich, ob wir ihr konsequent folgen und ob sie ausreichende Kraft hat, uns auf dem Weg zu halten.

 

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