Optimaler Umsatz im Pflegedienst leicht errechnen

“Umsatz ist nicht alles, aber ohne Umsatz ist alles gar nichts!”

Gilt dieses geflügelte Wort aus der Betriebswirtschaft auch für den Umsatz im Pflegedienst? Wenn ja, wie groß muss der optimale Umsatz sein?

Umsatz im Pflegedienst hat Bedeutung

Der Umsatz im Pflegedienst ist zunächst ganz einfach das Ergebnis einer guten Beratung und eines entsprechenden Verkaufs notwendiger Leistungen. Er ist also kein Selbstzweck und er stellt sich nicht von selbst ein. Das ist wichtig zuerst zu sagen, damit keine Missverständnisse entstehen. Außerdem muss noch folgendes gesagt werden: Umsatz ist für jedes Unternehmen von vitaler Bedeutung! Schließlich müssen über den Umsatz sämtliche Kosten eines Pflegedienstes beglichen werden. Daher muss dem Umsatz die hohe Aufmerksamkeit der Pflegedienstleitung zukommen. Mit ausreichend hohem Umsatz lässt sich nämlich jedes Unwetter durchstehen. Das sieht man gerade am VW-Konzern, der trotz milliardenhoher Strafzahlungen (übrigens gerechterweise hoher Zahlungen) ein positives Jahresergebnis zustande bringt.

Konsequenzen für die Pflegedienstleitung

  1. Jede Patientin und jeder Patient verdient Aufmerksamkeit hinsichtlich seiner Umsatzhöhe.

    Patienten mit einem niedrigen Monatsumsatz tragen weniger zu einem positiven Jahresergebnis bei als Patienten mit einem höheren Monatsumsatz. Daher sind in der Tendenz höhere Monatsumsätze pro Patient anzustreben. Es stellt sich also bei jedem Patienten die Frage: “Erbringen wir alle notwendigen Leistungen und rechnen wir sie auch ab?” Dazu ist jede Versorgungssituation kontinuierlich im Rahmen von Pflegevisiten und Folgegesprächen anzuschauen. Nur wer die Patienten in Auge behält, erfährt frühzeitig von einem veränderten Pflegebedarf und Veränderungen in der Versorgungssituation. Daher sollten alle Pflegefachkräfte, die Pflegevisiten durchführen in Fragen des Verkaufs von pflegerischen und betreuenden Leistungen geschult sein.

  2. Die Pflegedienstleitung muss wissen, wann ein Patient eine Umsatzhöhe erreicht hat, die für den Pflegedienst ausreichend ist.

    Wie kommt man zum optimalen Monatsumsatz? Leider sind die Angaben, die die unterschiedlichen Branchensoftware-Lösungen der Pflegedienste zur Rentabilität einer Versorgungssituation machen nicht ausreichend exakt. Oft geben die dort verwendeten Kostenangaben nicht die aktuelle Kostensituation aus der Finanzbuchhaltung wiedergeben. Daher ist die Zahl für den optimalen Monatsumsatz pro Patient selbst zu ermitteln. Da ist nicht so schwer.

Wie wird der optimale durchschnittliche Monatsumsatz pro Patient errechnet?

  • Zunächst sind anhand der monatlichen GuV-Rechnung die Gesamtkosten im Pflegedienst, die in einem durchschnittlichen Monat anfallen, zu ermittelt.
  • Nun teilt man diese Zahl durch die durchschnittliche Anzahl der versorgten Patienten (SGB XI + SGB V Patienten ohne Beratungspatienten gem. §37.3 SGB XI) pro Monat. Jetzt hat man die durchschnittlichen Monatskosten, die durch den Monatsumsatz eines Patienten ausgeglichen werden müssen (Minimum!). Daraus kann man eine Sollzahl machen. Das bedeutet: Dieser Wert soll nicht überschritten werden. Man spricht dann von den Soll-Monatskosten pro Patient.
  • Diese Soll-Monatskosten pro Patient sind noch um einen 10%igen Risiko- und Gewinnaufschlag zu erweitern. Damit man auf der sicheren Seite ist, wenn Unvorhergesehenes eintritt. Jetzt hat man seinen individuellen Soll-Monatsumsatz für den eigenen Pflegedienst

Optimaler Umsatz im Pflegedienst : Formel

Wie hoch dieser Soll-Monatsumsatz pro Patient nun ist, ist natürlich individuell verschieden, je nach Kostensituation des Pflegedienstes. Daher kann als Daumenwert nur eine relativ große Spanne genannt werden. Der Soll-Monatsumsatz pro Patient sollte zwischen 550 € und 830 € liegen. Wo der Wert für Ihren Pflegedienst liegt, das müssen Sie anhand Ihrer GuV-Rechnung selbst festlegen. Sollten Sie dazu Hilfe benötigen, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine E-Mail!

Optimaler Umsatz im Pflegedienst – wozu dient er?

Mit Hilfe des individuell errechneten Soll-Monatsumsatzes pro Patient kann jede Pflegedienstleitung schon bei der Aufnahme und nachher bei der regelmäßigen Kontrolle sehen, ob die Versorgung einer Patientin oder eines Patienten einen positiven Beitrag zum Monats- oder Jahresergebnis des Pflegedienstes liefert oder nicht. Zu viele Patientenversorgungen, die nicht ausreichend Umsatz erbringen, gefährden die Existenz des Pflegedienstes. Daher kann man die Eingangsfrage eindeutig mit JA beantworten: “Umsatz ist nicht alles, aber ohne Umsatz ist alles nichts!”

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