Sparen nützt nichts – nur Umsatz hilft!

In diesem Video gehe ich der Frage nach, ob Sparen in einem Pflegedienst oder einem Seniorenheim eine geeignete Strategie ist, wenn die Kosten aus dem Leim gehen. Vorab gesagt denke ich: Sparen nützt nichts! Es braucht schon eine bessere Strategie, um ein Pflegeunternehmen wieder nach vorne zu bringen. Doch sehen Sie selbst:

 

Wenn Sie mehr zur Umsatzstrategie in schwierigen Situationen erfahren möchten, dann lesen Sie folgenden Beitrag:

5 Tipps, die den Umsatz steigern – probieren Sie sie aus!

 

Hier das vollständige Transkript des Videos:

Herzlich willkommen zu einem neuen Video zu Führungsfragen im Pflegemanagement. Mein Name ist Werner Thomas und heute beschäftige ich mich mit der Frage: NÜTZT SPAREN ETWAS?

Seit dem die Zinsen im Keller sind, wissen alle Sparer: Sparen nützt nichts.  Viele tun es aber trotzdem. In Unternehmen ist das ähnlich.

Eine häufige Reaktion auf wirtschaftliche Schieflagen in Unternehmen heißt: ROTSTIFT also: Es muss gespart werden.

Meine Meinung dazu lautet: Sparen nützt nichts. Nur mehr Umsatz hilft.

Die Situation haben Sie sicherlich auch schon mal erlebt: Die Kosten steigen und das geplante positive Jahresergebnis ist in Gefahr. Was machen Sie dann?

Eine interessante Reaktion, die man dabei feststellen kann, ist das Erwachen des eigenen Schuldgefühls:

Warst Du zu verschwenderisch mit Personal oder Material?

Das Schuldgefühl scheint typisch zu sein und wird meist aus der Kostenseite heraus geweckt. Man hat eben zuviel ausgegeben.

Seltener erlebe ich diese Reaktion:

Oh, ich habe mich nicht genug um neue Kunden und höhere Umsätze gekümmert!

Das sind zwei unterschiedliche Reaktionen auf das gleiche Problem: fehlender Gewinn!

Dieses Denken folgt der einfachen Gleichung:

Gewinn = Umsatz minus Kosten

Wenn der Gewinn schwächelt, dann sind entweder der fehlende Umsatz oder die zu hohe Kosten schuld. An beiden kann man Veränderungen vorzunehmen. Das ist legitim. Aber welche Seite ist erfolgversprechend?

Schauen wir uns zunächst die Kostenseite an:

Sinken die Kosten, bei gleichem Umsatz, dann wird daraus ein Schuh: Der Gewinn kommt wieder in Sichtweite.

Folgende Sparmaßnahmen sind üblich:

– Stellen werden nicht so schnell wieder besetzt.

– Zeiten für einzelne Arbeitsabläufe werden zusammengestichen.

– Ersatzinvestitionen werden verschoben.

– Neuinvestitionen werden gestrichen.

– Personalentwicklungsmaßnahmen werden verschoben oder gestrichen.

– Betriebsmittel wie Inko-Material, neue Bettwäsche u.a. wird viel zögerlicher nachbestellt.

– Marketinginvestitionen werden gestrichen.

Das führt natürlich unmittelbar dazu, dass die monatlichen Ausgaben sinken und das Pflegeunternehmen steht etwas besser dar als im Vormonat. Oder auch nicht!

Denn was passiert im Seniorenheim oder im Pflegedienst?

Die Auswirkungen auf den Betrieb sind gravierend und weitreichend:

1. Es häufen sich Überstunden bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

2. Gestrichene Dokumentationszeiten führen dazu, das die Dokumentation lückhaft wird oder ganz unterbleibt.

3. Die Speisezubereitung zum Beispiel verlängert sich oder wird qualitativ schlechter.

4. Zukunftsprojekte, die das Pflegeunternehmen vorwärts bringen können, werden nicht durchgeführt. Es bleibt beim alten.

5. Die Qualifikation des Personals leidet, weil sie nicht weiterentwickelt wird. Man hängt sich schnell vom fachlichen Niveau ab. Der MDK wird dies sicherlich über kurz oder lang aufdecken.

6. Die Arbeitszufriedenheit des Personals sinkt, weil es sich immer häufiger mit Notlösungen behelfen muss, weil ausreichendes Material in der Station oder dem Wohnbereich fehlt. Und schließlich

7. Neue Kunden können nicht gewonnen werden. Die Belegung bleibt schwach oder der Monatsumsatz sinkt weiter.

Warum sind Sparmaßnahmen trotzdem so beliebt?

Weil sie zwei Dinge kaschieren:

A. Das Management hat die Marktentwicklung falsch eingeschätzt und das Pflegeunternehmen nicht rechtzeitig auf die Veränderungen am Markt eingestellt.

B. Das Management hängt der Vorstellung an, dass man am Umsatz bzw. der Auslastung eh nichts ändern kann.

Hier kommt ein Sparprogramm recht, weil man etwas tut und Aktion zeigt.

Unter dem Stich ist festzustellen: Sparmaßnahmen helfen kurzfristig ein wenig, aber der Preis ist zu hoch, der dafür zu zahlen ist. Die Entwicklung eines Seniorenheims oder eines Pflegedienstes leidet nachhaltig und damit auch die Bewohnerinnen und Patienten.

Die Umsatzstrategie dagegen setzt auf Wachstum und Entwicklung. Das bedeutet:

a. Investitionen, die die Zukunft des Unternehmens sichern, werden getätigt. Das kann beispielsweise die Modernisierung der IT sein, damit die Arbeitsabläufe transparent, sicher und effizient werden.

b. Das Marketing wird angekurbelt, damit das Pflegeunternehmen wieder Kontakt zu potentiellen Interessenten bekommt und der Vertrieb verbessert wird.

c. Die Mitarbeiterqualifizierung wird auf die Weiterentwicklung der Versorgungsqualität ausgerichtet und verstärkt. Und Last but not least:

d. Neue Angebote für spezielle Kundengruppen werden erkundet und erprobt. So können neue Kunden gewonnen werden.

Im Gegensatz zum Sparen werden durch die Umsatzstrategie Energie im Pflegeunternehmen frei gesetzt und das Pflegeunternehmen auf die Zukunft eingestellt. Eine depressive Stimmung, die häufig mit Spargprogrammen einher geht, wird vermieden.

Fazit!

Wenn die Kosten aus dem Leim gehen, dann gestehen Sie sich ein, dass Sie sich zu wenig um den Umsatz gekümmert haben.

Denken Sie nicht zuerst ans Sparen, sondern an den Umsatz. Richten Sie Ihren Gedankenschmalz auf seine Ankubelung. Sie werden sehen, dass macht mehr Spaß als Sparmaßnahmen umzusetzen. Landfristig werden Sie damit erfolgreich sein.

Soviel für heute. Danke für Ihre Zeit, Ciao bis zum nächsten Mal und lassen Sie es leicht angehen.

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