Stichwort: Strukturmodell – Pflege umfassend denken!

Einführung Strukturmodell Pflege

Die Einführung des Strukturmodell Pflege für die neue Pflegedokumentation muss im Denken der Pflegefachkräfte zwangsläufig zu einem Paradigmenwechsel führen, wenn sie erfolgreich sein soll. Schon bei den Einführungsveranstaltungen, aber spätestens bei den Workshops zur Umsetzung in konkreten Patientensituationen, sind folgende Aussagen häufig zu hören:

„An was man alles denken muss. Da war die alte Doku doch einfacher. Da musste man nur Kreuzchen machen.“
„Oh Backe, da muss ich noch mal in die Bücher schauen!“
„Das Ganze mit der Ernährung. Das soll doch der Arzt machen.“

Die Liste könnte noch länger sein, aber schon die drei Aussagen weisen darauf hin, dass die Einführung nicht nur darin besteht, zwei neue Dokumentationsblätter einzuführen. Die Patienten- und Bewohnersituation muss für die Pflegefachkraft umfassend präsent sein – und das vor allem im Kopf, weil die Infos der Pflegedokumentation mehr auf die laufenden Ereignisse gerichtet sind und sich damit mehr im Maßnahmenplan und im Pflegebericht widerspiegeln.

Übung macht den Meister

Ganz konkret heißt das: Mit den Pflegefachkräften muss geübt werden, die Pflege eines Menschen umfassend zu denken. Dabei heißt umfassend, dass alle Bereiche des Lebens, so wie sie in der Strukturierten Informationssammlung (SIS) zusammengetragen sind, der Pflegefachkraft präsent sein müssen. Dazu muss sich die Pflegefachkraft (aber natürlich auch die Pflegehelferinnen und -helfer) immer wieder mit der SIS beschäftigen. Dies zunächst sicher täglich., dann immer nur bei Unsicherheit. Hinzu kommt die Aktualisierung eines umfassenden medizinisch-pflegerischen Wissens, das ggf. erst aufgebaut werden muss. Nur damit werden die pflegerelevanten Aspekte einer medizinischen Diagnose gewußt und in die pflegerische Arbeit einbezogen.
Abschließend folg die Überprüfung der geplanten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Angemessenheit in Anbetracht der aktuellen Pflegesituation. Diese Evaluation geschieht quasi im pflegerischen Arbeitsvollzug, d.h. ständig. Der umfassende Blick auf den Patienten verbessert die Pflegedokumentation insgesamt. Damit wird auch eine MDK-Prüfung etwas entspannter.

Unser Tipp!

Planen Sie nicht zu wenig Zeit für die Qualifizierung der Pflegefachkräfte ein. Sie benötigen mehr Zeit für die Entwicklung einer neuen Patienten- und Bewohnersicht als man glauben mag. Neben Workshops mit allen Pflegefachkräften müssen die Pflegefachkräfte und auch die Pflegehelferinnen und -helfer in der täglichen Arbeit begleitet werden. Dies kann durch Fallbesprechungen und durch kollegiale Beratung gut gelingen.

Fazit!

Die Pflegedokumentation wird einfacher – die Pflege jedoch nicht. (Wen wunderts!)

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