Strukturmodell und MDK-Prüfung

Zwei Aspekte zur Einführung des neuen Strukturmodells sowie zu den Folgen bei einer MDK-Prüfung möchte ich beleuchten. Anlass dazu ist eine Anfrage, die ich heute bekam. Eine Qualitätsmanagementbeauftragte einer Diakoniestation, die ich betreue, fragte, ob sich durch das Strukturmodell, das die Station am Einführen ist, sich etwas an den Prüfkriterien des MDK ändern wird. Ihre nächste Prüfung steht bevor.

Dazu ist zu sagen, dass sich die Kriterien des MDK zur Durchführung von Qualitätsprüfungen im ambulanten Bereich durch das Strukturmodell nicht geändert haben. In sofern ist auch der Bewertungsmaßstab kein anderer geworden. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass das Strukturmodell einen Standard für grundpflegerische Verrichtungen fordert, der allgemeines Vorgehen beschreibt – also patienten- bzw. bewohnerunabhängige Vorgehensweisen. Derzeit ist noch nicht ganz klar, wie detailliert diese Vorgehensweisen beschrieben sein sollen. Wenn wir dem Gebot des Baus der Bürokratie treu bleiben wollen, so kann das nur heißen, dass allgemeine Hinweise zu grundpflegerischen Verfahren einrichtungsspezifisch beschrieben sein sollten. Detailbeschreibungen, wie beispielsweise eine Ganzkörperwaschung zu erfolgen hat, findet man in den aktuellen Lehrbüchern. In jedem Fall sollte eine solche allgemeine Beschreibung grundpflegerischer Themen jedoch in der Pflegeeinrichtung vorhanden sein.

Interessant war dazu auch eine MDK-Prüfung, die Anfang April in einer Sozialstation stattfand und die ich begleitet habe. Dabei wurde deutlich, dass die Grundsätze des Strukturmodells wie z.B. keine doppelten Eintragungen und mehr Vertrauen zum Sach- und Fachverstand der Pflegefachkräfte sich schon bei dieser Prüfung erkennen ließen. Und das, obwohl die Station das Strukturmodell noch nicht eingeführt hat. Von Verantwortlichen des MDK bzw. MDS hörte man immer schon, dass darauf bei Prüfungen Wert gelegt werde, die Erfahrungen zeigten jedoch, dass die Prüfung hinsichtlich der Dokumentationstiefe und -intensität ganz unterschiedliche Meinungen vertreten haben.

Fazit:

  1. Einrichtungen, die das Strukturmodell eingeführt haben, achten bitte darauf, dass sie Standards und Verfahrensbeschreibungen zu grundpflegerischen Verrichtungen in ihrem Qualitätsmanagement niedergelegt haben. Die Detailbeschreibungen kann man den Lehrbüchern überlassen.
  2. Eifrige Prüferinnen und Prüfer, die jede Risikoerhebung mit einem eigenen Instrument schriftlich dargelegt haben wollen, kann man auf die anerkannte Praxis im Strukturmodell und auf die entsprechenden schriftlichen Ausführungen des MDK hinweisen.

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Nachtrag (vom 11.05.2017) nach einem Jahr Erfahrung mit dem Strukturmodell:

Die MDK-Prüfer fragen nicht mehr nach einer Pflegeplanung entsprechend eines Modells oder nach Pflegezielen. Vielmehr konzentrieren sie sich auf eine umfassende Informationssammlung und einen Maßnahmenplan, der den Ablauf der Pflege wiedergibt. Ebenso gehen sie mit den Risikoermittlungen um. Es ist wichtig, das eine Risiko (z.B. Dekubitusrisiko) eingeschätzt wurde. Dies bedeutet, dass irgendwo in der Pflegedokumentation der Hinweis stehen muss, dass (bespielsweise) ein Dekubitusrisiko vorliegt, es ist aber nicht von Bedeutung, wie die Einschätzung der Pflegefachkraft erfolgt ist. Ein strukturiertes Instrument wird nicht mehr verlangt. Klar ist, dass bei einem festgestellten Pflegerisiko die entsprechenden weitern Maßnahmen in Form von Beratung, prophylaktische Maßnahmen und die entsprechende Evaluation erfolgen müssen. Das war aber schon immer so. Insofern hat das Strukturmodell auch für die MDK-Prüfung Klarheit und eine Vereinfachung gebracht.

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