Menschen

Unternehmen sind in aller erster Linie soziale Gebilde, in der sich Menschen zusammenfinden, die einen gesellschaftlichen Nutzen erzeugen. Sie produzieren Dienstleistungen und Güter, die anderen Menschen dienen sollen. Das mit den Dienstleitungen und Gütern auch Geld verdient werden soll, ist auch richtig. Allerdings sehen wir im Gewinn eines Unternehmens nicht seine eigentliche Bestimmung.

Dementsprechend rücken für uns die Menschen als Nutznießer der Leistungen eines Unternehmens als auch als wesentlicher Träger der Produktion dieser Leistungen in den Mittelpunkt. Dies gilt insbesondere für Pflegeunternehmen, die im Wesentlichen personale Dienstleistungen erstellen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (und selbstverständlich ebenso die Führungskräfte) wie auch die Patienten und Bewohner besitzen jenseits ihrer Funktion im und für das Unternehmen einen Wert, der sie einzigartig und unverwechselbar macht. Diese Einzigartigkeit ist in ihrer Eigenschaft als Geschöpfe Gottes begründet. Daraus erwachsen Ihnen Rechte und Pflichten.

In der Beratung bedeutet dies, dass Veränderungen im Unternehmen an den Menschen ansetzen müssen. Dabei spielt ihre Qualifikation eine genauso große Rolle wie die Art und Weise, wie sie ihre Aufgaben erledigen. Mit anderen Worten: Ihre Arbeitskultur und die des gesamten Unternehmens ist genauso wichtig wie das Know-how des Unternehmens.

Aus den Menschen in den Pflegeunternehmen ergibt sich die eigentliche Gestaltungskraft für das Unternehmen. Moderne systematische Managementansätze übersehen dies häufig, in dem sie eine klare Vorstellung vom System haben, das als Ergebnis des Veränderungsprozesses vorhanden sein soll. 

Beispiel: 

Seit Jahren werden mit viel Kraft Qualitätsmanagementsysteme eingeführt (DIN EN ISO 9001, Diakoniesiegel Pflege, EFQM u.a.). In unseren Beratungen sind wir häufig mit dem Ziel der Zertifizierung in die Veränderungsprozesse hinein gestartet. Dazu mussten dann Prozesse beschrieben, neue Regelungen gefunden und entsprechende Dokumentationen erstellt werden. Fast nie wird dabei danach gefragt, auf welchen Prämissen das Qualitätsmanagement beruht und auf welchen Prämissen die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beruht. Noch viel weniger wird die Frage gestellt, ob diese Prämissen zusammen passen oder sich konträr gegenüber stehen.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Einführung genau an dieser Stelle vor Hindernisse gestellt ist, die kaum zu überwinden ist. Für das Ergebnis des Veränderungsprozesses in Form der Zertifizierung ist dies zwar nicht problematisch gewesen. Die Zertifizierung hat immer auch ohne diese Frage zu klären funktioniert. Allerdings stellte dieses Hindernis das Qualitätsmanagementsystem immer vor unüberwindliche Akzeptanzprobleme. Folge daraus ist, dass die Umsetzung der notwendigen QM-Maßnahmen nur mit hohem Führungsaufwand zu gewährleisten ist und die Praxis nur unzureichend von guten Ideen der Qualitätsarbeit profitiert.